Bericht
von der Vorstellung eines neuen Konzert-Programmes, welches zu einer
Gala-Show der Superlative wurde
Als
ich am Samstagabend den Saal betrat, es war eine geschlossene
Gesellschaft, traute ich meinen Augen nicht, wie viele Menschen und
vor allem Anhänger, Fans, gekommen waren. Gut, sie waren eingeladen
worden, so wie ich. Aber das sie trotz der miesen Finanzlage und des
meiner Meinung nach hohen Eintrittsgeldes von 50 Euro (Kinder und ALG 2 umsonst) gekommen waren, zeugt davon,
wie sehr dieses Spitzenorchester, diese Bigband beliebt ist und, im
Nachhinein betrachtet, der Preis absolut gerechtfertigt ist. Vor dem
Eingang des Saales warteten mindestens noch 300 Personen, die das
neue Programm hören wollten, obwohl sie genau wussten, dass es nur
für geladene Gäste und die Presse offen war. Aber die Hoffnung war
da, doch noch rein zu dürfen.
Ich
spreche nicht von irgendeinem US-Sänger oder US-Filmstar. Ich
spreche hier einfach nur über das Spitzenorchester Deutschlands, der
Torsten Manoella Band.
Nagut,
wer nur die Bildzeitung, Bunte oder Frau im Bild liest und da die
Hitlisten runter rasselt, der kennt natürlich nicht die
Qualitätsmusik, ganz klar. Die anderen aber, die etwas wachsamer
sind, kennen ganz gewiss den besonderen Klang und den spezifischen
Sound dieser Bigband, welcher unvergleichbar ist und die Sinne
anregt.
Okay,
das ausgerechnet ich eine Einladung erhielt, hat damit zu tun, daß
ich a) demnächst beim orchestereigenen Chor, den Dimension-Singers,
selber mitsingen darf, b) in der Musikschule des Orchesters Musik
studiert habe und c) den Sohn des Bandleaders, Marcel Schnakenberg,
persönlich kenne und wir gemeinsam auf dieser Musikschule waren –
er instrumental, ich zuerst Gitarre, dann Gesang.
Als
der Vorhang endlich aufging, sah man … eigentlich nichts, außer
einer schön beleuchteten Bühne, wo ab und zu einige bunte Lichter
aufflammten. Aber dann trudelten plötzlich so nach und nach die
Musiker der Bigband ein, die anfingen, ihre Instrumente zu stimmen.
Ein kleines, sicher gewolltes, Durcheinander entstand, wo einer auf
den anderen einredete. Ich glaube, jeder im Saal hat zu diesem
Zeitpunkt gedacht, genauso wie ich: „Oh Mist, das wird nie was!“
Dann
kam der Torsten Manoella auf die Bühne und setzte sich zu seinen
Keyboards und dem schneeweißen Piano. Ihm folgte der Bandleader
Martin Schnakenberg, worauf das Durcheinander auf der Bühne
augenblicklich nachließ. Martin gab das Zeichen und...
So
einen wunderschönen Auftakt mit „Good Morning, Friends“, einem
schnellen Beat-Swing, habe ich noch nie erlebt, obwohl ich doch
mehrere Male bei den Übungsstunden dabei gewesen bin. Chor und
Orchester waren eine perfekte Einheit. Der Chor kam sogar teilweise
instrumental rüber und bildete einen Hintergrund, der alle von den
Stühlen riss. Die Regie von Manuel Zava tat ihr übriges dazu, dass
die Bühne in immer neuem Glanz erstrahlte und die bunten Laser im
Takt der Musik über die Köpfe aller flitzte. Sagenhaft...
Dann
kam das Lied „I can't stop lovin' you“, wo zum ersten Mal nach
langer Zeit der Marcel Schnakenberg wieder als Solo-Trompeter
auftrat. Teilweise begleitet von seinem Vater war dieses schon kurz
nach der Eröffnung des Konzertes ein Höhepunkt. Und als er dann
drei Lieder später noch das Lied „Il Silenzio“ in einer total
neuen Bearbeitung vom Bandleader und Arrangeur Martin Schnakenberg
spielte und dieses zusammen mit dem wunderbaren Chor wahrhaftig zur
Perfektion brachte, war im Saal die Hölle los. Standing Ovations,
und das nach nur fünf Liedern. Der Beifall tobte sogar noch, als das
Orchester das nächste Lied „Paloma Blanca“ anspielte.
Und
so ging es den ganzen Abend weiter. Mit Oldies wie „A whiter Shade
of Pale“, mehreren Beatles-Hits wie „Obladi-Oblada“ oder „Yello
Submarine“ oder auch weiteren großen Hits wie Michael Jackson's
„Bad“ zeigte das Orchester, was in ihm steckt.
Nach
der Pause, die zwar alle nutzten, um das wunderbare kalte Buffet zu
testen, aber wo sich die Gespräche nur um das Orchester drehten und
deren supertollen Darbietung zusammen mit Chor und Tänzern, ging es
zum zweiten Teil.
Ob
jetzt südamerikanische Musik wie „Bambolengo“ oder neue
Bearbeitungen alter Musik oder sogar Klassik wie „Johann Strauss im
Bigbandsound“, wo ein Walzer zum Boogie Woogie gemacht wurde, es
war einfach phantastisch. Auch in diesem zweiten Teil: Dieses
Orchester, diese Bigband spielte so dermaßen perfekt, dass ich mir
nicht vorstellen kann, dass es irgendwo etwas besseres geben kann.
Der
ganz spezielle „Trumpet Blues“, der allerdings als schneller
Swing gespielt wurde, bewies letztlich auch den letzten Ungläubigen
im Saal, welch supertolles und perfektes Orchester sie gerade hören.
- Wobei ich nicht vergessen darf, dass bei vielen Darbietungen durch
das orchestereigene Ballett, in seinen bunten Kostümen, die ganze
Sache zu einer perfekt inszenierten Show wurde und somit nicht nur
das Gehör, sondern auch das Auge etwas davon hatte.
Kurz
gesagt: Ein Erlebnis für die Ohren, die Augen und das gesamte
Gefühl. Ich fühlte mich sauwohl, als ich nach dem Konzert nach
Hause ging. Und noch im Bett summte ich die Melodien, die ich gehört
hatte.
Empfehlung
deshalb in der Klasse Premium:
Die
Torsten Manoella Bigband & Chor. Besseres gibt es einfach nicht.